Abrash

Abrasch bezeichnet Farbabweichungen, die entstehen, wenn die Wolle zu Ende geht und mit neu eingefärbter Wolle, deren Farbton leicht abweicht, weitergewebt wird. Dies war vor allem früher der Fall, als ausschließlich mit Naturstoffen gefärbte Wolle verwendet wurde, deren Farbintensität auch von Art und Dauer der Lagerung abhängig war. Bei Kelims kann Abrasch als Qualitätsmerkmal bezeichnet werden, da es eine Bereicherung des Kolorits darstellt und die Authenzität des Stückes erhöht.

 

Afshar (Avshar)

Die Volksgruppe der Afschar sind türkischstämmige Halbnomaden und Bauern, die, obwohl sie in erster Linie für ihre Produktion attraktiver Knüpfteppiche bekannt sind, eine wichtige Quelle für iranische Kelims, insbesondere für die quadratischen Sofrehs sind.

Die Afsharen bewohnen vier weit verstreute Regionen des Iran:

die Afsharen von Azerbeijan im Nordwesten südlich von Tabriz, die Afsharen von Khorassan im Nordosten, nahe von Mashad, die Afsharen von Khuzestan, im Südwesten, und die Afsharen von Kerman, Süd-Iran, die die größte Gruppe bilden.

 

Cicim-Technik

"Cicim" ist eine Broschiertechnik, bei der mit dem Grundgewebeschuss farbige Musterschüsse, die mehrere Kettfäden überspringen können, miteingegeben werden. Das dadurch entstehende Muster sieht wie eine Stickerei aus.

 

Jajim (Djadjim, Dschadschim)

Diese Gruppe von Flachgeweben werden zumeist in Kettmustertechnik gewebt, einer Technik, die vor allem im Iran und Nordafghanistan verbreitet ist: dabei bestimmt die Kette Farbe und Musterung, während die Schußfäden unsichtbar bleiben. Kette und Schuß bestehen meistens aus Wolle. 

Die schmalen, der Länge nach aneinandergenähten Kelimstreifen werden vor allem als Decken, Ofendecken, Bettzeugbehälter und Packtücher verwendet.

 

Rukorsi (Sofreh rukorsi)

Bedeutet Ofendecke und ist ein Ausdruck, der für größere Quadrate ab ca. 150 x 150 cm verwendet wird. Im Winter wurden Holzkohle- und Brotöfen mit einigen Lagen Filz bedeckt, obenauf wurde ein Rukorsi gelegt, der eine wärmende Familiendecke ergab.

 

Schlitztechnik

Eine Besonderheit unter den Kelimteppichen sind die sogenannten Schlitzkelims, bei denen innerhalb gerader Musterabschnitte jeweils an genau der gleichen Kette der Schussfaden umgekehrt wird, so dass im Gewebe ein Schlitz entsteht.

 

Shahsavan

Bei den Shahsavan handelt es sich um einen bedeutenden Stammesverband turksprachiger Völker, die als Nomaden oder Halbnomaden weite Gebiete des Iran bewohnen und in vier große Gruppen unterteilt werden können:

Die Shahsavan von Moghan, die im Nordwesten zwischen Armenien, Azerbeijan und dem Kaspischen Meer angesiedelt sind. Die Schahsavan von Hashtrud und Mianeh im Nordwesten südlich von Tabriz, die Shahsavan von Khamseh und Bijar im Nordwesten, dem iranischen Kurdistan, und die Shahsavan von Quazvin, Saveh und Veramin, in der Nähe von Teheran.

Einige Stammesangehörige sind mittlerweile im Süden und Osten des Iran (Provinzen Fars, Khorassan) sesshaft geworden.

 

Shilaki

Bezeichnung für eine spezielle Gruppe sehr weicher Flachgewebe (Kette und Schuss aus Wolle) mit Motiven in Wickeltechnik im Nordwest-Iran/Azerbeijan.

 

Sirjan

Sirdschan ist eine Großstadt in der südiranischen Provinz Kerman.

 

Sofreh

Als Sofrehs werden allgemein kleinformatige, meist quadratische Flachgewebe bezeichnet. Iranische Nomaden Belutschistans und Südost-Irans verwenden kleine Sofrehs in der Größe von 1-2 m² als Aufbewahrungsbehältnis für frisch gemachten Teig oder frisches Brot. Lange, schmale Sofrehs dienen als Tafeltücher, auf denen Speisen angerichtet werden.

 

Soumak

Komplexe Wickeltechnik. Das Muster entsteht, indem der ganze Schuss in fortlaufenden Schlingen eingetragen wird - im Gegensatz zu anderen Wickeltechniken, wo das Muster durch zusätzliche Flottier- oder Schlingenschüsse entsteht. Diese Technik wird besonders im Kaukasus und Belutschistan verwendet, im Iran und der Türkei vor allem für kleine Webflächen (Taschen).

 

Verneh

Verneh ist eine Flachgewebetechnik (v.a. in Azerbeijan / Nordwest-Iran und dem Kaukasus), die den Eindruck macht, als wären die Muster aufgestickt. Tatsächlich entstehen sie durch umschlingendes Wickeln eines leinwandbindigen Grundgewebes. Verwendungszwecke waren Wandschmuck, Decken, Vorhänge, etc. Die Moghan-Shahsavan stellen als einziger iranischer Stamm Bodendecken her, die die spezielle Webstruktur der Vernehs aufweisen. Die üblichen Formate betragen ca. 100 x 300 cm. (Torba, 2/1999, 7. Jg., S. 9).